Gegen den seit drei Wochen in Haft sitzenden früheren Nissan-Verwaltungsratschef Carlos Ghosn sowie den Konzern selbst ist in Japan Anklage wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen erhoben werden. Dies teilte das Unternehmen in Tokio mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. 

Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn, einem weiteren ebenfalls in Haft sitzenden Ex-Manager sowie dem Unternehmen insgesamt vor, Geldbezüge in offiziellen Berichten als zu niedrig beziffert zu haben. Demnach geht um etwa fünf Milliarden Yen (39 Millionen Euro) in einem Zeitraum von fünf Jahren. Zudem soll sich Ghosn persönlich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben.

Wegen dieses Vorwurfs war Ghosn Mitte November festgenommen worden. Kürzlich erließ die Staatsanwaltschaft einen neuen Haftbefehl, womit sich die Untersuchungshaft für den 64-Jährigen bis zum Jahresende verlängerte.  

Er selbst bestreitet die Vorwürfe. Nissan und Mitsubishi setzten ihn als Konsequenz aus der Affäre als Verwaltungsratsvorsitzenden ab. Beim französischen Autobauer Renault ist Ghosn formal weiterhin Konzernchef. Kommissarisch vertritt ihn allerdings derzeit die bisherige Nummer zwei, Thierry Bolloré.

Die Autokonzerne Renault, Nissan und Mitsubishi hatten vor Kurzem erklärt, sie wollten ungeachtet der Ermittlungen an ihrer Allianz festhalten. Ghosn gilt als der Architekt der Allianz, die im vergangenen Jahr mehr Autos verkaufte als jeder andere Konzern.