Die Landwirte in Deutschland haben bereits rund 8.000 Anträge auf Dürrehilfe gestellt. Die Hälfte von ihnen entfällt auf Niedersachsen, teilte der Deutsche Bauernverband mit. Wegen der außergewöhnlichen Trockenheit in diesem Sommer hatten die Landwirte deutlich schlechtere Ernten eingefahren als in den Jahren zuvor, bei Getreide rund ein Viertel weniger. Die Bundesregierung unterstützt deshalb Nothilfen der Bundesländer: Insgesamt stehen 340 Millionen Euro zur Verfügung, um Betrieben in einer Notlage zu helfen.

In einigen Bundesländern sind die Antragsfristen noch nicht abgeschlossen oder verlängert worden. "Dass trotz der hohen Hürden so viele Anträge gestellt werden, zeigt, dass die Hilfe nötig ist" sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Langfristig seien Nothilfen jedoch keine Lösung: "Wir brauchen eine Stärkung des Risikomanagements der Betriebe."

Zahlen zum konkreten wirtschaftlichen Schaden, den die Dürre bei den Landwirten angerichtet hat, liegen noch nicht vor. Der Bauernverband hat nun zunächst die Ergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2017/18 veröffentlicht, das Ende Juni endete. Bis dahin konnten die Landwirte ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf 65.200 Euro je Betrieb steigern. "Trotz der Frostschäden im vergangenen Jahr sind die Unternehmensergebnisse stabil", sagte Rukwied. "Das ist erfreulich, aber wir schauen mit Sorge auf das laufende Wirtschaftsjahr, wenn die gestiegenen Kosten und vor allem die Dürre zu Buche schlagen."

Je nach Erzeugnis gingen die Ergebnisse jedoch weit auseinander: Milchviehbetriebe konnten ihren Gewinn pro Arbeitskraft deutlich steigern, ökologischer Landbau war leicht profitabler als im Vorjahr. Deutlich zurück gingen die Gewinne dagegen in Betrieben, die Tiere halten. Das dürfte an niedrigen Preisen für Schweine und Rinder einerseits und höheren Kosten für Energie, Dünger und Futter andererseits liegen. Im Ackerbau und Weinbau blieben die Gewinne stabil.

Mit Investitionen hielten sich die Landwirte eher zurück: Sie investierten nur drei Prozent mehr als im Vorjahr. Grundlage der Berechnung sind 11.900 Buchführungsabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben.