Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres einen Überschuss von rund 1,86 Milliarden Euro erzielt und verfügen somit über Betriebsmittel und Rücklagen in Höhe von insgesamt 21 Milliarden Euro. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Dass die Krankenkassen nun über das Vierfache der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve verfügen, nutzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für einen Appell: Die Kassen sollten "alle Spielräume konsequent nutzen, um ihre Zusatzbeiträge zu senken", sagte der CDU-Politiker. Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Rentner müssten endlich an den Überschüssen der Kassen beteiligt werden. Es gebe keinen Grund, Beitragsgelder "weiter zu horten".

Bislang ist vorgesehen, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Kassen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent sinkt. Er wird zudem künftig jeweils zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezahlt statt wie bisher allein durch die Versicherten.

Bei den Kassen standen Einnahmen in Höhe von rund 180,6 Milliarden Euro Ausgaben von rund 178,7 Milliarden Euro gegenüber. Damit sind die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen um 3,4 Prozent gestiegen. Besonders hoch fällt den Angaben zufolge der Überschuss der Allgemeinen Ortskrankenkassen aus: Er liegt seit Januar bei rund 920 Millionen Euro. Bei den Ersatzkassen sind es 534 Millionen, bei den Betriebskrankenkassen 190 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet das Gesundheitsministerium mit einem deutlichen Überschuss der gesetzlichen Kassen in einer Größenordnung von rund 2,5 Milliarden Euro.