Im Handelsstreit mit den USA hat China angekündigt, die vereinbarten Handelserleichterungen sofort umsetzen zu wollen. Das teilte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums mit. Er bezog sich dabei auf die Übereinkunft von Präsident Xi Jinping mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump, die während des G20-Gipfels in Argentinien getroffen wurde. Demnach soll die ursprünglich für Anfang Januar anstehende nächste Runde von neuen Zöllen ausgesetzt werden. Betroffen sind zunächst Abgaben auf landwirtschaftliche Produkte und Autos sowie Waren im Bereich Energie.

Die USA hatten China ein Ultimatum gestellt: Wenn die Regierung in Peking den Forderungen nach einem Abbau von Handelsbarrieren nicht binnen 90 Tagen nachkomme, sollten die Importzölle wie geplant steigen. Die US-Regierung hatte damit gedroht, Zölle auf Importgüter im Wert von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent zu erhöhen.

Bereits am Mittwoch hieß es dazu aus Peking, China werde mit der Umsetzung bestimmter Punkte beginnen, bei denen es einen Konsens gebe – "je schneller, desto besser". Der Sprecher des Handelsministeriums hat nun eine rasche Einigung in Aussicht gestellt und kündigte zudem an, dass man innerhalb der vereinbarten 90 Tage weitere Gespräche führen werde. Dabei solle es auch um andere Streitfragen wie den Schutz geistigen Eigentums oder den Technologietransfer gehen. Ziel sei die Abschaffung aller Zölle.

Eine neue Belastung für die Beziehungen zwischen den beiden Staaten könnte die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Smartphoneherstellers Huawei sein. Sie war am Wochenende in Kanada auf Betreiben der USA verhaftet worden. Ihr wird vorgeworfen, gegen die Iran-Sanktionen verstoßen zu haben.

WTO-Chef warnt vor globalem Handelskrieg

Zuletzt hatte der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, vor einem globalen Handelskrieg gewarnt und dabei vor allem den Konflikt zwischen China und den USA herausgestrichen. Solche Konflikte würden den Wirtschaftsaufschwung weltweit bremsen, sagte Azevêdo in einer Rede vor dem Nationalen Außenhandelsrat der USA. Alle Simulationsmodelle kämen zu demselben Schluss: "Handel und Wirtschaft werden gedrosselt und alle Länder – ohne Ausnahme – werden verlieren."

Auch deshalb, so Azevêdo, begrüße er die Ankündigung der G20-Staaten, sich für eine Reform der WTO einzusetzen, "um ihre Arbeitsweise zu verbessern". Das internationale Handelssystem "könnte besser" funktionieren, sagte er und kritisierte abermals die Entscheidung der USA, das Schlichtungssystem der WTO zu blockieren. Dies könne die Autorität der Organisation insgesamt untergraben. Die Gipfelerklärung biete hingegen die einmalige Chance, das System zu erneuern.