Der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) fordert mehr Sprechzeiten, damit Kassenpatienten schneller Arzttermine bekommen. Die vorgeschriebene Mindestsprechstundenzahl von 20 auf 25 Wochenstunden zu erhöhen sei "absolut richtig und notwendig", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg. Ihm zufolge würden viele Ärzte weniger weniger als 25 Stunden Sprechzeit pro Woche anbieten.

Der Bundestag will an diesem Donnerstag über das von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegte Terminservice- und Versorgungsgesetz beraten. Es soll sicherstellen, dass Praxisärzte mindestens 25 Wochenstunden für gesetzlich Versicherte anbieten müssen. Damit soll eine hinreichende ärztliche Versorgung in bisher unversorgten Gebieten sichergestellt werden.

Zusätzlich sollen mit dem Gesetz unter anderem wirtschaftliche Anreize für Ärzte in ländlichen Regionen geschaffen werden sowie der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen um zusätzliche Angebote erweitert.

Laut einer Forsa-Umfrage für den GKV-Spitzenverband haben niedergelassene Haus- und Fachärzte im Schnitt 29 Stunden pro Woche Sprechzeit für Kassenpatienten. Allerdings gaben 25 Prozent der befragten Praxen an, weniger als 25 Stunden Sprechzeit inklusive Hausbesuchen anzubieten. Acht Prozent der Praxen bieten sogar weniger als 20 Stunden an.