Die Weltklimakonferenz hat sich auf ein Umsetzungs-Abkommen für den Pariser Klimavertrag geeinigt. Das verkündete Konferenzpräsident Michal Kurtyka, nachdem keiner im Plenum Einwände erhob. Das Regelbuch gilt als ein wichtiger Schritt in der internationalen Klimapolitik.

Vertreter aus 196 Staaten und der EU hatten in Polen zwei Wochen lang um die Regeln gerungen, nach denen Staaten künftig über ihre Pläne und Fortschritte im Klimaschutz berichten sollen. Vergleichbarkeit und Transparenz sind wichtig, da das Pariser Abkommen auf gegenseitigem Vertrauen beruht und keine Sanktionen vorsieht, wenn Länder nicht vorankommen.

Das Pariser Abkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, möglichst aber auf 1,5 Grad. Derzeit steuert die Erde auf eine Erwärmung von mindestens drei Grad zu.

Die abschließende Plenumssitzung der UN-Klimakonferenz hatte erst nach wiederholten Verzögerungen begonnen. Die Verhandler hätten "einen langen Weg" zurückgelegt, sagte Kurtyka am Samstagabend vor den Delegierten aus fast 200 Ländern. Die Weltklimakonferenz hatte eigentlich bereits am Freitag enden sollen.

"1.000 kleine Schritte nach vorne"

Strittig waren unter anderem Fragen rund um Finanzhilfen der reicheren Länder für die ärmeren. Die vom Klimawandel besonders gefährdeten Staaten hatten zudem ein deutliches Signal eingefordert, dass es größere Anstrengungen im Klimaschutz braucht, um dramatische Folgen zu begrenzen. Bis zuletzt gab es auch Ärger um den internationalen Handel mit Verschmutzungsrechten.

Konferenzpräsident Kurtyka betonte, bei den Klimaverhandlungen gehe es nicht um nationale Interessen, sondern einen Sinn für Menschlichkeit und die Verantwortung für kommende Generationen. Die Beschlüsse seien "1.000 kleine Schritte nach vorne. Sie können stolz sein."

Der nächste UN-Klimagipfel findet in Chile statt. Nach Angaben des dortigen Umweltministeriums ist das Treffen entweder für Dezember 2019 oder Januar 2020 geplant.