Zur Mittelschicht wollen die meisten Menschen in Deutschland gehören, nicht nur der CDU-Politiker Friedrich Merz. Wie groß die Mittelschicht ist und wer dazugehört, wird in der Ökonomie vor allem über das verfügbare Einkommen definiert. Demnach gehören alle Haushalte zur Mittelschicht, deren monatliche Einkünfte in einem bestimmten Korridor um das mittlere Einkommen liegen. Für einen Singlehaushalt liegt dieser Median bei knapp 1.400 Euro pro Monat, bei drei Personen sind es rund 3.400 Euro. Mit eingerechnet werden dabei auch alle staatlichen Transferleistungen – wie Kindergeld, Wohngeld, Hartz-IV-Leistungen – und alle Erträge aus bestehendem Vermögen, zum Beispiel Einnahmen aus Vermietung oder Aktien.

Es gibt enge und weitere Definitionen der Mittelschicht: Die Bundesregierung hat in ihrem Armuts- und Reichtumsbericht beispielsweise eine eher weite gewählt. Für sie zählen alle Haushalte zur Mittelschicht, die mindestens 60 Prozent und höchstens 200 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung haben. Für unsere Grafik haben wir uns am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) orientiert und einen etwas engeren Korridor von 70 bis 150 Prozent des Medianeinkommens gewählt. Demnach gehört rund die Hälfte aller Haushalte zur Mittelschicht.

Die zugrunde liegenden Daten stammen aus dem Mikrozensus 2017. Um die Zahlen im richtigen Format darstellen zu können, wurde ein Teil der Einkommen vom Statistischen Bundesamt geschätzt. Außerdem haben wir nach der Größe des Haushalts unterschieden, um die Einkommen besser vergleichbar zu machen. Denn ein Single gehört mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 2.500 Euro bereits zu einer gut verdienenden Minderheit, verglichen mit anderen Singlehaushalten. Leben drei Personen zusammen, gehören die mit 2.500 Euro zum unteren Drittel aller Dreipersonenhaushalte.