Deutsche Bürger haben dem Staat in diesem Jahr eine Rekordsumme für die Tilgung seiner Schulden überwiesen. Wie das Finanzministerium auf Anfrage der FDP-Fraktion bestätigte, gingen zwischen dem 1. Januar und dem 6. Dezember 2018 insgesamt 609.822,69 Euro auf dem dafür vorgesehenen Sonderkonto des Finanzministeriums ein. 

Dieser Betrag ist höher, als alle freiwilligen Überweisungen, die zwischen der Kontoeröffnung 2006 und dem Jahresende 2017 getätigt wurden. In dem Zeitraum hatten Bürger 554.741,66 Euro auf das Schuldentilgungskonto des Bundes eingezahlt. In den Jahren 2008 und 2009 gingen überhaupt keine Überweisungen ein. Bereits im vergangenen Mai wurden 600.218 Euro, also fast die gesamte Summe für 2018, verteilt auf 16 Einzelspenden auf das Konto überwiesen

Das Schuldentilgungskonto war im Jahr 2006 "auf vielfachen Wunsch von engagierten Bürgerinnen und Bürgern" eingerichtet worden, heißt es in dem Schreiben des Finanzministeriums. Es werde aber keine Werbung dafür gemacht, weil man nicht mit gemeinnützigen Einrichtungen oder Vereinen konkurrieren wolle. "Zur Finanzierung des Bundeshaushalts ist der Staat nicht auf Spenden angewiesen, und er sollte diesen Eindruck auch nicht durch aktives Werben für Spenden vermitteln", steht dort. Wer auf das Konto einzahlt, bekommt weder ein Dankesschreiben noch eine Spendenquittung. Die Überweisungen können nicht als Spende von der Steuer abgesetzt werden, denn sie dienen laut dem Ministerium "nicht gemeinnützigen Zwecken im steuerlichen Sinne".

Die Regierung will trotz ausgeglichener Haushaltslage ohne Neuverschuldung auch weiterhin Bürgergeld sammeln, um Schulden zu tilgen. Nach Angaben des Finanzministeriums gebe es keine Überlegungen, das Konto aufzulösen.