Die US-Notenbank Federal Reserve hat zum vierten Mal in diesem Jahr den Leitzins erhöht. Sie erhöhte den Zinssatz um einen Viertelpunkt auf den neuen Zielkorridor von 2,25 bis 2,5 Prozent. Damit reagiert sie auch auf die gute Konjunktur in den USA.

Die Entscheidung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve war in dieser Form weitgehend an den Finanzmärkten erwartet worden. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach erheblichen Druck auf die unabhängige Notenbank ausgeübt. Auf Twitter warnte er die Fed davor, die Zinsanhebung zu beschließen. Laut Trump könnten unnötig hohe Zinsen negative Auswirkungen auf die US-Konjunktur haben. Die Notenbanker dürften keinen "weiteren Fehler" machen, so Trump.

Der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, hat Vermutungen von sich gewiesen, dass die Politik Einfluss auf geldpolitische Entscheidungen nehmen könnte. Politische Erwägungen spielten keine Rolle in der Festlegung des geldpolitischen Kurses, sagte Powell nach der Zinssitzung der Fed in Washington. Ein Pressevertreter hatte ihn explizit danach gefragt. "Niemand wird uns davon abhalten, den richtigen Weg zu gehen", sagte der Notenbankchef.

Die aktuelle Zinserhöhung ist bereits der neunte Zinsschritt der Fed seit 2015 und der vierte im laufenden Jahr. Ihre letzte Erhöhung hatte die Notenbank im vergangenen September veranlasst. Die Notenbank signalisierte aber bereits einen langsameren Zinsanstieg für das kommende Jahr. Zwar soll es auch 2019 weitere Zinserhöhungen geben. Statt wie im September veranschlagt, seien jetzt aber nur zwei statt drei weitere Zinsschritte geplant. Im Jahr 2020 dürfte demnach eine weitere Zinserhöhung folgen. Die langfristige Zinsrate gab die Fed mit 2,8 Prozent an.

Die Fed hat außerdem ihre Wachstumsprognose für die US-amerikanische Wirtschaft für dieses Jahr um 0,1 Punkte auf 3,0 Prozent reduziert. Für das kommende Jahr prognostiziert sie ein Wirtschaftswachstum um 2,3 Prozent. Bisher hatte die Erwartung 2,5 Prozent betragen. Auch die Inflation wird für dieses und kommendes Jahr etwas schwächer erwartet. Die Projektionen für 2020 und 2021 wurden nicht verändert.