Auch 2018 werden nicht genügend Wohnungen gebaut, um den Druck auf dem Immobilienmarkt zu senken. "Wir dürften im laufenden Jahr rund 300.000 Wohnungen erstellen", sagte Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes. Im vergangenen Jahr seien 285.000 Wohnungen gebaut worden. Im nächsten Jahr werde die Zahl auf 315.000 bis 320.000 steigen. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2021 1,5 Millionen neue Wohnungen zu schaffen. Das entspricht 375.000 Einheiten pro Jahr. 

Für Bauherren wird es immer teurer. Nach einem Plus von 3,6 Prozent im Vorjahr kostete Bauen in diesem Jahr weitere 4,5 Prozent mehr, wie der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, sagte. Die Auftragsbücher der Baufirmen sind so voll wie nie. Mit einem Wert von 47,6 Milliarden Euro lag der Auftragsbestand im September um 14 Prozent über dem starken Vorjahreswert. In einigen Orten ist es für Bauwillige schwierig, ein Unternehmen zu finden, wie Hübner einräumte. Firmen wählten auch stärker aus, für welche Ausschreibungen sie Angebote abgeben.

Wohnungen gelten angesichts niedriger Zinsen als gute Geldanlage. Die Wirtschaft sowie Bund und Länder investieren nach Branchenangaben wieder stärker in neue Gebäude, Straßen und Bahnschienen.

Um den Neubau weiter zu erhöhen, sind aus Sicht der Baubranche weitere steuerliche Erleichterungen nötig sowie mehr günstiges Bauland und Typenhäuser, die nur einmal entwickelt und genehmigt werden müssen, aber vielfach gebaut werden können.

Zudem seien Baustoffe wie etwa Betonstahl und Bitumen deutlich teurer geworden. "Man braucht nicht zu glauben, dass die steigenden Preise direkt die Margen der Bauunternehmen bedienen", sagte Hübner. Die Firmen seien endlich wieder in der Lage, ihre Risiken angemessen zu bepreisen. Die Firmen stellen demnach weiter ein. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei in diesem Jahr auf 832.000 gestiegen, nächstes Jahr erwarten die Firmen weitere 18.000 Einstellungen. 

Konjunktursorgen träfen die Baubranche noch nicht, hieß es. Für dieses Jahr gehen die Bauverbände von einem Umsatzplus von 6 Prozent aus, was preisbereinigt noch 1,5 Prozent entspreche. Im nächsten Jahr werden ebenfalls 6 beziehungsweise 1 Prozent erwartet.