Die Menschen in Großbritannien haben 2018 fast sieben Prozent weniger Autos gekauft. Die Nachfrage auf dem Automarkt sank so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr, wie aus vorläufigen Daten des Automobilverbands SMMT hervorgeht. Die Nachfrage fiel den Zahlen zufolge auf 2,37 Millionen Fahrzeuge. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt 2008 mit einem Minus von 11,3 Prozent.

Grund für den Absatzrückgang sind eine sinkende Nachfrage nach Dieselfahrzeugen, striktere Abgasvorschriften und die Verunsicherung der Verbraucher wegen der Unklarheiten um den Brexit. Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen ging den Daten zufolge um fast 30 Prozent zurück.

Der Verband warnte vor den Folgen des Austritts aus der EU Ende März. "Jeder bemerkt, dass der Brexit eine existenzielle Bedrohung für die britische Autoindustrie darstellt, und wir hoffen, dass sich eine praktikable Lösung durchsetzt", sagte der SMMT-Vorsitzende Mike Hawes. In der britischen Autobranche arbeiten rund 850.000 Menschen.

Britische Unternehmen warnten in der Vergangenheit immer wieder vor den Folgen des EU-Austritts. Im Dezember appellierten führende Wirtschaftsvertreter Großbritanniens in einem Schreiben an die Regierung, um einen ungeordneten Brexit abzuwenden. Für einen geregelten EU-Austritt muss das britische Parlament noch dem Brexit-Plan der britischen Premierministerin Theresa May zustimmen. May hatte das Votum im Dezember kurzfristig verschoben, nachdem sich eine klare Abstimmungsniederlage für ihren Deal abgezeichnet hatte. Als neuen Termin hatte die Regierung die Woche ab dem 14. Januar genannt.