Die US-Behörden wollen im Zusammenhang mit dem Abgasskandal jetzt auch vier Manager der VW-Tochter Audi zur Rechenschaft ziehen. Den Männern werden der Klageschrift zufolge in zwölf Fällen Verschwörung, Betrug und Verstöße gegen amerikanische Umweltgesetze vorgeworfen. Die Anklage wurde von einer Grand Jury im US-Bundesstaat Michigan erhoben.

Bei den vier Männern handelt es sich demnach um ehemalige hochrangige Führungskräfte. Sie seien bei der VW-Tochter Audi in Deutschland für die Motorenentwicklung zuständig gewesen und hätten erkannt, dass sie die Abgasstandards angesichts der Audi-Designvorgaben nicht erfüllen konnten. Daraufhin hätten sich die Männer fast zehn Jahre lang an einem Komplott beteiligt, der die Umweltbehörde durch Manipulationen rund um die Emissionstests hinters Licht führte. Betroffen gewesen seien Zehntausende Fahrzeuge, darunter die Modelle Audi Q7, Audi A6 quattro und Audi A7 quattro.

Keiner der vier Angeklagten sei in US-Gewahrsam, teilte ein Sprecher des Justizministeriums in Washington mit. Die Behörden gingen davon aus, dass sie sich in Deutschland aufhielten. Ein VW-Sprecher erklärte, das Unternehmen wirke weiter an den Untersuchungen des Ministeriums mit, wolle sich zu einzelnen Fällen aber nicht äußern.

Mit den jüngsten Anklagen müssen sich nun 13 Konzernmitarbeiter in der Abgasaffäre vor Gericht verantworten. Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler war im Juni wegen Verdunklungsgefahr vorläufig festgenommen worden. Im Oktober 2018 kam er unter Auflagen aus der Untersuchungshaft frei. Ihm wird Betrug beim Verkauf von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgasreinigung vorgeworfen.

Volkswagen bekannte sich 2016 für schuldig, Fahrzeuge jahrelang mit Schummelsoftware ausgestattet zu haben. Die Software sorgte dafür, dass Grenzwerte für Abgase zwar auf dem Prüfstand, nicht aber auf der Straße eingehalten wurden. Der Konzern will Bußgelder sowie Kosten aus Vergleichen in Klageverfahren in Höhe von insgesamt rund 30 Milliarden Dollar begleichen.

Audi akzeptierte im Oktober 2018, ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro zu zahlen, das die Münchner Staatsanwaltschaft wegen der Manipulation von Dieselmotoren verhängt hatte.