Die deutsche Baubranche hat im vergangenen Jahr das beste Neugeschäft seit fast 24 Jahren erzielt. Die Unternehmen erhielten 2018 Aufträge im Wert von 79,5 Milliarden Euro und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ein noch besseres Ergebnis gab es zuletzt 1994 mit 80,8 Milliarden Euro.

Besonders stark war die Auftragslage im vergangenen Dezember. Die Baubranche konnte Aufträge im Wert von 7,3 Milliarden Euro verzeichnen – und so viele wie noch nie in diesem Monat. Grund dafür ist laut der Statistikbehörde vor allem die Zahl der Großaufträge.

Der nominale Umsatz der Branche stieg 2018 um rund elf Prozent auf 127 Milliarden Euro – ebenfalls ein Rekord. Das teilten die Verbände der Bauindustrie (HDB) und des mittelständischen Baugewerbes (ZDB) mit. "2018 hat unsere Erwartungen weit übertroffen", sagte HDB-Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel. Die hohen Umsätze gehen allerdings auch auf steigende Baupreise zurück, die um knapp sechs Prozent zulegten.

Die Unternehmen profitieren schon länger, etwa von der starken Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt in Großstädten wie Berlin. Niedrige Zinsen machen zudem den Hausbau für Privatpersonen nach wie vor attraktiv. Außerdem gelten Immobilien aufgrund mangelnder Alternativen als beliebte Geldanlage. Auch der Staat kann aufgrund von Rekordüberschüssen mehr bauen.