Deutsche Unternehmen haben 2018 Waren im Wert von knapp 1,3 Billionen Euro ausgeführt. Damit erreichten die Exporte in Deutschland ein neues Hoch, wie das Statistische Bundesamt aufgrund vorläufiger Berechnungen mitteilte. Es waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe stiegen im Vorjahresvergleich um 5,7 Prozent auf eine Billion Euro. 

Die In- und Ausfuhren übertrafen im Jahr 2018 die bisherigen Höchstwerte aus dem Vorjahr. Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2018 mit einem Überschuss von 227,8 Milliarden Euro ab. Damit hat Deutschland wieder deutlich mehr Waren ausgeführt als importiert. Allerdings sank der Außenhandelsüberschuss leicht um rund 20 Milliarden Euro, weil die Importe stärker zunahmen als die Ausfuhren. Deutschland exportiert seit Jahren mehr, als es einführt. Handelspartner kritisieren das regelmäßig, vor allem US-Präsident Donald Trump.

Für dieses Jahr erwartet der Außenhandelsverband BGA ein Exportwachstum von bis zu drei Prozent. "Wir gehen trotz der hohen Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Brexits davon aus, dass die deutschen Exporte in diesem Jahr bis zu drei Prozent wachsen können", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann zuletzt in der Welt. Sorgen bereiten der Branche auch die schwächere Weltkonjunktur und internationale Handelskonflikte.

EU-Länder importieren die meisten deutschen Waren

Die meisten Waren aus Deutschland gingen mit einem Wert von mehr als 778 Milliarden Euro in Länder der Europäischen Union. Das war ein Anstieg von fast vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Importe aus EU-Staaten stiegen um mehr als sechs Prozent. In Drittländer außerhalb der EU führten die deutschen Unternehmen Waren im Wert von mehr als 539 Milliarden Euro aus.

Insgesamt hat sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft 2018 auf 1,5 Prozent abgeschwächt, von 2,2 Prozent im Jahr 2017. Dabei dämpfte die Außenwirtschaft die Entwicklung leicht. Die Daten für das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2018 veröffentlicht das Statistische Bundesamt nächste Woche. Es wird ein leichtes Plus erwartet, womit die im Sommer 2018 geschrumpfte Wirtschaft nur knapp einer technischen Rezession entgangen sein dürfte, also zwei Quartalen mit zurückgehender Wirtschaftsleistung.