Das Porto für einen Standardbrief wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach teurer als erwartet. Eine Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums soll es der Deutschen Post ermöglichen, den Preis deutlich anzuheben, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Branchenkreisen zufolge könnte das Porto von derzeit 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Das Wirtschaftsministerium erwartet allerdings keine Erhöhung um 20 Cent. "Wir gehen nicht davon aus, dass die Post in diesem Jahr für den Standardbrief ein Porto von 90 Cent erheben wird", sagte ein Sprecher. Das Verfahren zur Ermittlung des Preises zwischen Bundesnetzagentur und Deutscher Post laufe derzeit noch.

Das Porto soll dem Bericht nach später als geplant steigen. Statt im April müssten Kunden erst im Juni mehr für die Briefmarke zahlen.

Wegen der Digitalisierung sinkt die Menge der verschickten Briefe seit Jahren. Um dennoch profitabel wirtschaften zu können, fordert die Post angesichts von mehr oder minder konstanten Kosten eine Erhöhung des Portos. Das Wirtschaftsministerium gestehe dem ehemaligen Staatsunternehmen nun eine höhere Umsatzrendite zu, heißt in dem FAZ-Bericht. "Die bisherige Praxis bildet den Effizienzdruck, unter dem das regulierte Unternehmen steht, nicht hinreichend adäquat ab", heißt es demnach in einem Entwurf zur Änderung der Post-Entgeltregulierungsverordnung.

Mitte Januar hatte die Post zunächst einen Dämpfer von der Bundesnetzagentur bekommen – die Regulierungsbehörde gewährte dem Unternehmen nur einen eher geringen Erhöhungsspielraum von 4,8 Prozent für alle regulierten Produkte zusammen. Damit hätte der Standardbrief wohl maximal auf 80 Cent steigen können, die anderen Briefsorten hätten etwa gleich teuer bleiben müssen. Der Post war das zu wenig. 

Zum letzten Mal hatte die Post das Briefporto 2016 erhöht. Damals stieg der Preis für einen Standardbrief von 62 auf 70 Cent. Auch die neuen Preise werden voraussichtlich drei Jahre lang gültig sein.