Aus Sorge vor dem Brexit plant rund jedes dritte britische Unternehmen, seine Geschäfte ins Ausland zu verlegen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des britischen Wirtschaftsverbands Institute of Directors (IOD) unter 1.200 Firmenchefs. 16 Prozent der Betriebe bereiten demnach bereits einen Umzug vor, 13 Prozent ziehen es ernsthaft in Betracht, Großbritannien zu verlassen. Ziel der Unternehmen seien überwiegend andere EU-Länder. Dem IOD gehören nach eigenen Angaben etwa 30.000 Mitglieder an, ein Großteil davon sind Führungskräfte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen. 

Der EU-Austritt Großbritanniens ist derzeit für den 29. März 2019 geplant. Sollte es bis dahin weder einen Deal noch eine Verschiebung der Frist geben, würde das Land wohl trotz des Votums der britischen Abgeordneten gegen einen ungeregelten Brexit ohne Vertrag aus der EU ausscheiden. 

Die Zahlen zeigten, dass immer mehr kleine und mittlere Unternehmen über einen Umzug nachdenken würden, sagte IOD-Interimsdirektor Edwin Morgan. Bislang hatten vor allem große Firmen angekündigt, ihre Geschäfte ins Ausland verlagern zu wollen. Die Konsequenzen, die Firmen aus der ungewissen Situation ziehen, könnten nicht länger ignoriert werden. "Veränderungen sind wichtig und oft ein positiver Teil des Geschäfts, aber der unvermeidbare Einschnitt und die hohen Handelsschranken, die ein No-Deal-Brexit mit sich bringen würde, sind nicht produktiv", sagte Morgan.