Bankkunden haben sich im vergangenen Jahr vermehrt mit Problemen an die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin gewandt. Bei der Behörde gingen 2018 insgesamt 5.539 offizielle Beschwerden zu Kreditinstituten und Finanzdienstleistern ein, wie die Bafin mitteilte. Im Jahr davor waren es mit 5.425 noch etwas weniger. Inklusive allgemeiner Anfragen summierte sich die Zahl auf 5.791 Fälle im vergangenen Jahr nach 5.587 im Jahr davor.

Verbraucher beschwerten sich beispielsweise über die Laufzeiten von Überweisungen. Häufig baten sie die Bafin auch, zu prüfen, ob Banken zu Recht Finanzierungsanfragen abgelehnt oder Geschäftsverbindungen gekündigt hatten. Gegenstand von Eingaben waren oft auch die Zulässigkeit und Höhe von Entgelten. Besonders viele Verbraucherbeschwerden und -anfragen gab es zu Wertpapiergeschäften, die laut Bafin um fast 30 Prozent gegenüber 2017 stiegen. Ein Teil der Fälle bezog sich auf die neue EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II, die in Deutschland seit dem 3. Januar 2018 gilt.

Seither müssen Banken jedes Telefonat eines Kunden mit einem Wertpapierberater aufzeichnen und für mindestens fünf Jahre archivieren. Zudem müssen Kunden eine genaue Aufstellung erhalten, wie viel sie ein Finanzprodukt kostet. In den ersten Monaten von Mifid II beklagten sich Kunden bei der Bafin beispielsweise über eingeschränkte Handelsmöglichkeiten. Teilweise fehlten für Produkte zunächst zudem die erforderlichen Informationsblätter.

Deutlich mehr Beschwerden gab es außerdem über Versicherungen. Die Zahl der Eingaben stieg von 7.367 im Jahr 2017 auf 8.097. Kunden beschwerten sich vor allem über steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung, Tarifänderungen bei Kfz-Versicherungen oder Pläne von Lebensversicherern, Policen im Bestand an andere Anbieter zu verkaufen.

Die Bafin beaufsichtigt gemeinsam mit der Bundesbank etwa 1.500 kleinere und mittelgroße Banken in Deutschland und ist zudem für die Versicherungsaufsicht zuständig. Die Bafin kann auf die jeweiligen Institute einwirken und Änderungen zugunsten der Kunden erwirken.