Die deutsche Industrie befürchtet bei einem ungeordneten Brexit einen Rückschlag für die deutsche Wirtschaft von mindestens einem halben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. "Das wären rund 17 Milliarden Euro weniger Wirtschaftskraft allein in diesem Jahr."

Großbritannien will die EU bereits am 29. März verlassen. Die britische Premierministerin Theresa May steht unter Druck aus der eigenen Partei, den EU-Austritt zu verschieben, falls ein Brexit-Abkommen nicht bis Mitte März verabschiedet ist. An diesem Dienstag spricht May vor dem britischen Unterhaus.

Lang zufolge sei es an der Zeit, den Austrittsprozess zu stoppen, sollte die britische Regierung im März keine Mehrheit im Unterhaus finden. Dies sei besser, als in einen ungeordneten Austritt mit einer wirtschaftlichen Beschädigung zu stolpern. Komme es zu einem harten Ausstieg, rutsche Großbritannien "mit hoher Wahrscheinlichkeit" in eine Rezession, sagte Lang.