Trotz der aktuell eher pessimistischen Konjunkturprognosen sieht Finanzminister Olaf Scholz keine Rezession auf Deutschland zukommen. "Wir haben unverändert eine ordentliche wirtschaftliche Entwicklung", sagte der SPD-Politiker im rbb-Inforadio. Alle Daten würden zeigen, dass "wir von einer zwar sehr gedämpften Auswärtsentwicklung ausgehen dürfen, aber von einer Aufwärtsentwicklung". Die Risiken wie mögliche Handelskonflikte und den Brexit müsse man beachten.

Scholz reagierte mit seinen Äußerungen auf Zahlen des Statistischen Bundesamts vom vergangenen Freitag. Demnach stagnierte das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember auf dem Niveau des Vorquartals. Im dritten Vierteljahr war Europas größte Volkswirtschaft gar um 0,2 Prozent und damit erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpft. Dadurch war es Ende 2018 beinahe zu einer Rezession gekommen. Eine solche liegt vor, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gesunken ist. Dazu kam es zuletzt zum Jahreswechsel 2012/13.

Verhindert wurde dies nach Berechnungen der Statistiker vor allem durch zunehmende Investitionen – insbesondere im Baugewerbe – sowie steigende Konsumausgaben sowohl vom Staat als von Verbrauchern. Dadurch stieg das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr 2018 um 1,4 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum von einem Prozent.