Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die Eurozone deutlich korrigiert. 2019 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 19 Staaten um 1,3 Prozent zunehmen, teilte die Brüsseler Behörde mit. Im Herbst war die Kommission noch von einem Wachstum um 1,9 Prozent ausgegangen.

Grund für die Korrektur seien vor allem die geringeren Erwartungen an Deutschland, Italien und auch Frankreich. Die Prognose sei zudem wegen internationaler Spannungen und einem drohenden chaotischen Brexit mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

"Sämtliche EU-Staaten werden weiterhin wachsen, das bedeutet mehr Jobs und Wohlstand", sagte der zuständige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis. Es gebe jedoch zunehmende globale Handelsunsicherheiten und Probleme innerhalb der einzelnen EU-Staaten.

Soziale Spannungen und Unsicherheiten über nationale Staatsausgaben hätten bereits zuletzt in einigen Staaten zu einer schwächeren Wirtschaftsleistung geführt, teilte die Behörde mit. In Deutschland hätten ein schwächerer Export sowie geringerer Konsum zu schwächerem Wachstum beigetragen. Für die Bundesrepublik erwartet die EU-Kommission 2019 nun ein Wachstum von 1,1 Prozent, im Herbst war sie noch von 1,8 Prozent ausgegangen.

Besonders schlechter Ausblick für Italien

Besonders deutlich senkte die Kommission ihre Prognose für Italien. Das BIP werde demnach in dem Land 2019 nur um 0,2 Prozent zunehmen. Zuvor war sie noch von 1,2 Prozent ausgegangen.

Wegen des drohenden ungeordneten Brexits muss sich auch Großbritannien auf ein deutlich geringeres Wachstum einstellen. Die britische Zentralbank senkte ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,7 auf 1,2 Prozent. Die Aussichten hängen der Bank of England zufolge in erheblichem Maße von der Art des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union ab.

In Deutschland hatte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose bereits Ende Januar angepasst. Statt 1,8 Prozent Wachstum erwartet sie nun für das laufende Jahr nur noch ein Prozent.