Eine Studie des wirtschaftsnahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) kommt dennoch zu dem Ergebnis, dass nicht unbedingt mit einer Abwälzung der Maklerkosten auf den Kaufpreis zu rechnen ist. Für die Studie hat der IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer Daten vom Kölner Immobilienmarkt aus den Jahren 2007 bis 2010 ausgewertet.

Es zeigte sich: Ein stark erhöhter Verkaufspreis verzögerte den Verkauf eher, weil es länger dauerte, zahlungskräftige Käuferinnen und Käufer zu finden. Daher kann es sinnvoller sein, eher einen schnellen Verkauf zu realisieren, damit Makler und Verkäufer rascher an ihr Geld kommen. Dafür sind Makler auch durchaus bereit, auf einen Teil ihrer Courtage zu verzichten. Am Ende lohnt sich das Geschäft immer noch, da sie weniger Aufwand bei einem schnellen Verkauf haben.

Die IW-Studie rechnet daher mit mehr Wettbewerb durch das Bestellerprinzip vor allem unter den Maklerinnen und Maklern. Gerade in Großstädten mit angespannter Immobilienlage dürften die Provisionen demnach etwas sinken. Denn die Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsräumen ist hoch, Verkäuferinnen und Verkäufer haben somit eine gute Verhandlungsposition. Und da die Höhe der Maklerprovision beim Immobilienverkauf nicht gesetzlich geregelt ist, können sie die Konditionen mit den Vermittlern selbst aushandeln.

In Nachbarländern ist das Bestellerprinzip längst üblich

Angesichts mehrere Zehntausend Maklerinnen und Makler in Deutschland werden jedoch diejenigen aufgeben müssen, die sich am Markt nicht behaupten können. Und das könnte durchaus positive Auswirkungen auf die Qualität der Vermittlungsleistungen haben. Auch die IW-Studie geht davon aus, dass sich Beratung und Service bei professionellen Maklerinnen und Maklern letztlich durchsetzen werden.

In strukturschwachen und ländlichen Regionen, in denen es heute schon schwer ist, Immobilien zu verkaufen, müssen sich der Studie zufolge Verkäuferinnen und Verkäufer zunächst auf eine Mehrbelastung einstellen. Allerdings geht die IW-Untersuchung auch davon aus, dass sich die Nachfrage nach Wohnimmobilien mit Einführung des Bestellerprinzips verändern wird, weil sich mehr Menschen ein eigenes Haus oder eine Wohnung leisten können.

In vielen europäischen Ländern ist das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf normal. Zahlen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zeigen, dass diese Regelung zu geringeren Vermittlungsgebühren führt. In der Schweiz, Norwegen, Irland oder den Niederlanden zahlen in der Regel Verkäufer die Courtage, hier liegt sie zwischen 1,5 Prozent und 3 Prozent. In Schweden staffelt sie sich nach dem Verkaufspreis und beträgt maximal fünf Prozent. Auch in Großbritannien zahlt immer die Person, die den Makler oder die Maklerin beauftragt. In Österreich ist die Courtage bei maximal vier und in Slowenien bei sechs Prozent gedeckelt. In der Regel müssen auch hier die Verkäufer zahlen.