Die türkische Regierung will wegen der rasant gestiegenen Lebensmittelpreise in der Türkei günstiges Obst und Gemüse direkt an die Bevölkerung verkaufen. "Das Finanzministerium, das Handelsministerium und das Landwirtschaftsministerium" hätten damit bereits begonnen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Zuvor hatte Wirtschaftsminister Berat Albayrak Medienberichten zufolge angekündigt, die Regierung wolle "zusammen mit den Gemeinden Gemüse und Obst von der Quelle kaufen und in den Großstädten zum Einkaufspreis anbieten".

Der Unmut in der Bevölkerung über die gestiegenen Nahrungsmittelpreise ist groß. Die Regierung von Recep Tayyip Erdoğan gibt den Bauern die Schuld: Im türkischen Fernsehen waren Bilder zu sehen, wie Gemüse beschlagnahmt wurde. "Wer Kartoffeln und Zwiebeln hortet, wird seine Strafe dafür bekommen", hatte Erdoğan gedroht. Die Debatte um die hohen Lebensmittelpreise gewinnt auch an Bedeutung, weil am 31. März in der Türkei Kommunalwahlen sind.

Die Preise für Lebensmittel sind in der Türkei über den Zeitraum eines Jahres laut der türkischen Statistikbehörde Tüik um mehr als 30 Prozent gestiegen. Paprika beispielsweise verteuerten sich sogar um rund 88 Prozent, Auberginen um rund 81 Prozent.

Die türkische Lira hatte im vergangenen Jahr deutlich an Wert verloren. Ein Grund dafür waren Sanktionen, die die Türkei und die USA gegeneinander verhängten. In der Folge stieg die Inflationsrate in der Türkei deutlich an. Im Januar lag sie nach Angaben von Tüik bei 20,35 Prozent.