Porsches Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück hat seinen Rücktritt angekündigt. "Ich will in die Politik gehen", sagte der 56-Jährige bei einer Mitarbeiterversammlung in Stuttgart. Bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr will er sich in Pforzheim in den Gemeinderat wählen lassen. Auch seine Aufsichtsratsmandate im VW-Konzern legt er nieder.

Das SPD-Mitglied kündigte an, mit einer eigenen Liste anzutreten und nicht für die Sozialdemokraten zu kandidieren. Hück kritisierte die eigene Partei: "Wenn die SPD so weitermacht, wird sie ihr Erbe vernichten", sagte er.

Hück ist seit 22 Jahren Betriebsratschef in verschiedenen Gremien. Seit 2002 ist er als Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der oberste Interessenvertreter der Beschäftigten des Sport- und Geländewagenherstellers.

Porsche teilte mit, Hück wolle sich künftig auf sein soziales Engagement konzentrieren, etwa auf seine Stiftung für benachteiligte Jugendliche, die Lernstiftung Hück. Für seinen Einsatz erhielt er vor zwei Jahren das Bundesverdienstkreuz. Hücks Nachfolger bei der VW-Tochter soll bis auf Weiteres sein bisheriger Stellvertreter Werner Weresch werden.

Zuletzt engagierte sich Hück erfolgreich dafür, dass die Produktion des Elektromodells Tayan in Stuttgart stattfindet. Dafür sollen noch einmal 1.200 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. In Stuttgart arbeiteten zuletzt 11.000 der 31.200 Porsche-Mitarbeiter. Porsches Vorstandschef Oliver Blume dankte Hück und bezeichnete ihn als Menschen mit ganz besonderem Gerechtigkeitsgefühl: "Dein Wort hat auch in der Gesellschaft und in der Politik Gewicht."