Arbeitgeber dürfen eine Hinterbliebenenversorgung nicht davon abhängig machen, dass eine Ehe mindestens zehn Jahre bestand. Eine derart lange Wartezeit benachteilige betroffene Arbeitnehmer unangemessen und sei daher unwirksam, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (Az: 3 AZR 150/18).

Im Streitfall hatte der Arbeitnehmer 2011 geheiratet, er starb 2015. Die Versorgungsordnung sah eine Hinterbliebenenversorgung erst nach zehn Ehejahren vor. Mit ihrer Klage machte die Witwe unter anderem geltend, die "Ehedauerklausel" im Pensionsvertrag des Verstorbenen benachteilige sie unzulässig. Das Bundesarbeitsgericht gab ihr recht und sprach ihr die Hinterbliebenenversorgung zu.

Wenn ein Arbeitgeber eine Hinterbliebenenversorgung zusage, gehe das Gesetz davon aus, dass der Ehepartner mit abgesichert ist. Hiervon wichen die vom Arbeitgeber gewählten zehn Jahre zu stark ab. Es handle sich um eine "willkürlich gegriffene Zeitspanne ohne inneren Zusammenhang zum Arbeitsverhältnis", sagten die Erfurter Richter. Zulässig seien nur "angemessene" Einschränkungen, um Missbrauch zu vermeiden. Welche Wartezeit angemessen wäre, hatte das Gericht nicht zu entscheiden.