Eine Mehrheit der Freiburgerinnen und Freiburger hat sich bei einem Bürgerentscheid für den Bau eines neuen Stadtviertels entschieden. 60 Prozent der Teilnehmer votierten nach dem am Sonntagabend veröffentlichten vorläufigen Endergebnis für das sogenannte Dietenbach-Viertel. 40 Prozent lehnten die Bebauung des Ackers im Nordwesten der baden-württembergischen Stadt ab. Die Gegner des Projekts hatten Umweltschutzaspekte angeführt.

Die Pläne sind ein Versuch, der Wohnungsnot in der Universitätsstadt zu begegnen. Die Fläche von 110 Hektar bietet Platz für 6.500 Wohnungen. 15.000 Menschen können in dem neuen Viertel leben.

Freiburg gilt bei Wohnraum als eine der teuersten Städte. Nach der Bevölkerungsprognose der Kommune werden bis zum Jahr 2030 zudem noch einmal rund 15.000 Menschen in die 230.000-Einwohner-Stadt ziehen. Rund 1.000 neue Wohnungen müssten also Jahr für Jahr entstehen, um den Bedarf zu decken. Allein durch Nachverdichten und Aufstocken in der Innenstadt ist das nicht zu schaffen.

Die Beteiligung an dem Bürgerentscheid, der von den Gegnern der Pläne angestrengt wurde, lag bei 49,6 Prozent. Die Frage "Soll das Dietenbachgebiet unbebaut bleiben?" beantworteten 33.833 Teilnehmer mit Ja, 50.846 kreuzten Nein an.