Finanzexperten haben Erleichterungen für kleinere Geldhäuser im Hinblick auf die Bankenregulierung gefordert. Laut einer Analyse von Forschern im Auftrag des Bundesfinanzministeriums haben die nach der Finanzkrise verschärften Regeln für Banken zwar insgesamt ihr Ziel erreicht. Jedoch verursache die Umsetzung besonders hohe Kosten für kleinere Geldinstitute, heißt es in der Studie des Frankfurter Forschungszentrums Safe. Gerade sie würden aber zu einem stabilen Finanzsystem beitragen. Daher gebe es gute Gründe für "eine gezielte aufsichtsrechtliche Entlastung" sehr kleiner Geldhäuser. Die Bundesbank hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Verringerung des Aufsichtsaufwands für kleinere Institute ausgesprochen.

Die Forscher hatten die Auswirkungen der neuen Regulierungsvorschriften untersucht, die nach der Finanzkrise vor zehn Jahren bis Anfang 2018 im deutschen Finanzsektor eingeführt wurden. Mit ihnen sollte die Bankenbranche insgesamt stabiler gemacht werden. Banken müssen heute etwa deutlich dickere Eigenkapitalpolster haben, um für mögliche wirtschaftliche Risiken vorzusorgen. Die Überprüfung der Finanzregulierung war im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart worden.

Die Studie beziffert die jährlichen Kosten der Regulierung für den Bankensektor auf zwei bis drei Milliarden Euro. Das entspreche einem Anteil von zehn Prozent der zusammengefassten Gewinne, heißt es. Der Sektor zähle zu den Branchen mit den durchschnittlich höchsten Aufwendungen infolge der Regulierungsauflagen. 

Laut einer Analyse der Bilanzdaten von 858 deutschen Banken für die Jahre 2010 bis 2016 kommen die Forscher zu dem Ergebnis: Deutschlands Banken sind heute besser in der Lage, mögliche Risiken zu verkraften. Der Studie zufolge sei "die Wahrscheinlichkeit von Verlusten, die das Eigenkapital der Banken übersteigen, gesunken und ebenso die Höhe der etwaigen über das Eigenkapital hinausgehenden Verluste". "Die Regulierung nach der Finanzkrise hat ihre Begründung, die Maßnahmen wirken, und es zeigt sich in der Folge auch eine Verbesserung der Stabilität im Finanzsektor", sagte der Safe-Finanzwissenschaftler Rainer Haselmann der Deutschen Presse-Agentur.

In einigen Bereichen gibt es laut der Studie allerdings noch Reformbedarf. Etwa bei einer europaweit einheitlichen Regulierung der Risiken von Staatsanleihen oder beim Umgang mit sogenannten notleidenden Krediten, also Krediten, bei denen die Schuldner Schwierigkeiten mit der Rückzahlung haben. Zudem sei "noch nicht eindeutig genug geregelt, dass Banken in Schieflage nicht mehr mit Steuergeldern gerettet werden", sagte Haselmann.