Das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten ist 2018 auf den höchsten Wert seit zehn Jahren gestiegen. Wie das Handelsministerium in Washington mitteilte, übertrafen die Importe die Exporte um 621 Milliarden Dollar. Das ist ein Anstieg um 18,8 Prozent im Vergleich zu 2017, als die Differenz noch bei gut 552 Milliarden Dollar gelegen hatte.

Allein im vergangenen Dezember stieg das Defizit demnach um 19 Prozent, von 50,3 Milliarden Dollar im Vormonat auf 59,8 Milliarden Dollar. Während die Importe in die USA insgesamt um 2,1 Prozent zunahmen, sanken die Exporte in andere Länder im Dezember hingegen um 1,9 Prozent.

US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder argumentiert, die USA würden von wichtigen Handelspartnern wie der Volksrepublik China ausgenutzt. Im vergangenen Jahr hatte er Strafzölle auf ausländische Stahl- und Aluminiumeinfuhren sowie auf chinesische Produkte eingeführt. Wiederholt hatte Trump Druck auf große Handelspartner wie China oder die EU ausgeübt, damit diese mehr aus den USA importieren. Erklärtes Ziel war es, das Handelsungleichgewicht damit zu reduzieren.

Höhere Handelsdefizit auch mit China

Bei Waren und Gütern erreichte das Handelsdefizit im vergangenen Jahr aber sogar neue Rekorde: Das Handelsdefizit mit China lag demnach 2018 bei 419,2 Milliarden Dollar, das entspricht einer Steigerung von zwölf Prozent. Das Handelsdefizit mit Mexiko lag bei 81,5 Milliarden Dollar, jenes mit der Europäischen Union bei 169,3 Milliarden Dollar.

Beobachter gehen jedoch davon aus, dass das chronische Handelsdefizit vor allem Folge eines beständig hohen Konsums und geringer Ersparnisbildung in den USA ist. Zuletzt hatte außerdem das in den USA im Vergleich zu anderen Regionen höhere Wachstum die Importe angetrieben und das Defizit so ausgeweitet. Gleichzeitig wurden die US-Exporte durch den hohen Dollar-Wechselkurs und zusätzliche Zölle belastet.

Nach Ansicht von Experten könnte es im Handelsstreit zwischen den USA und China bald zu einer Einigung kommen. Damit könnten weitere Zollanhebungen der USA auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar abgewendet werden. Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping könnten ein Abkommen noch in diesem Monat auf einem Gipfel beschließen.