Die italienische Regierung hat sich als erstes Mitglied der sieben führenden Industriestaaten (G7) an dem von China vorangetriebenen Infrastruktur- und Handelsprojekt Neue Seidenstraße angeschlossen. Der entsprechende Vertrag wurde vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Rom unterzeichnet. Zudem schlossen Firmen beider Länder zehn weitere Verträge. Dabei geht es sowohl um Investitionen in die Häfen von Triest und Genua als auch um eine Vereinbarung zum Export italienischer Orangen.

China will mit dem Infrastrukturprojekt Milliardensummen in Häfen, Straßen, Bahnstrecken, Telekom-Netze und Flughäfen Dutzender Länder investieren. So sollen neue Wirtschafts- und Handelskorridore nach Europa, Afrika, und bis nach Lateinamerika, aber auch innerhalb Asiens entstehen.

EU-Partner und die USA hatten Bedenken geäußert. Sie hatten unter anderem mangelnde Transparenz und unfaire Wettbewerbsbedingungen kritisiert. Sie befürchten auch, dass China sein weltweites Machtstreben weiter verstärkt.

Xi reist nach seinem Italien-Besuch weiter über Monaco nach Frankreich. Am Dienstag trifft der kommunistische Staatsführer in Paris neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch Kanzlerin Angela Merkel und den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker.

Der Neuen Seidenstraße haben sich bereits einige Länder angeschlossen, auch EU-Staaten wie Griechenland, Polen oder Ungarn. Deutschland und Frankreich sind allerdings nicht dabei. Merkel hatte Italiens Engagement auf dem EU-Gipfel in Brüssel nicht explizit kritisiert. Jedoch sagte sie, "dass es noch besser ist, wenn man einheitlich agiert".