Die lang anhaltende Trockenheit im Jahr 2018 hat erhebliche Schäden für die Landwirtschaft und die Binnenschifffahrt verursacht. Meteorologinnen und Meteorologen warnen, dass mit Dürreperioden hierzulande in Folge des Klimawandels häufiger zu rechnen sei. Auch für dieses Jahr seien erste Anzeichen für ein Jahr mit wenig Niederschlag zu erkennen. Angesichts dessen startet das Bundesland Bayern nun eine Bundesratsinitiative für eine staatlich gestützte Versicherung.

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) schlug eine Lösung nach österreichischem Vorbild vor: Eine Mehrgefahrenversicherung, die Schutz gegen Naturrisiken einschließlich Dürre umfasst. Die Hälfte der Kosten sollen Bund und Länder übernehmen. Die Erfahrung aus dem Ausland zeige, dass "eine breite Absicherung von Risiken wie etwa Dürre nur dann zu erreichen ist, wenn die Versicherungsprämien für die Bauern bezahlbar bleiben", sagte Kaniber.

Weil das Risiko für die Versicherungsunternehmen sehr hoch ist, sind derartige Versicherungen, die Folgen von Naturereignissen abdecken, sehr teuer. Bleibt Regen über längere Zeit aus, sodass Böden vertrocknen, trifft das häufig Zehntausende von Bäuerinnen und Bauern gleichzeitig. Entsprechend müssen Versicherungen in solchen Fällen immense Schadensummen auf einmal zahlen. Wegen der hohen Kosten subventionieren viele Staaten solche Mehrgefahrenversicherungen, nicht jedoch Deutschland.

Niedrigwasser legt Schifffahrt lahm

Eine neuerliche Dürre würde auch viele Industriefirmen empfindlich treffen. "Was in der Öffentlichkeit bislang wenig beachtet wird, ist das Schadenpotenzial des Niedrigwassers am Rhein", sagte Ernst Rauch, Chef der Klimaforschung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re. "Wir haben dort sehr viel Industrie, die über Güterschiffe Rohstoffe bezieht und ihre Produkte ausliefert."

Im vergangenen Jahr gab es massive Einschränkungen, weil die Transportschiffe zeitweise nur mit reduzierter Last oder gar nicht fahren konnten. "Die Auswirkungen waren bis in die zweite und dritte Reihe der Zulieferketten zu spüren", sagte Rauch.

Droht ein ähnlicher Dürresommer wie 2018? Was Klimamodelle erwarten lassen und wie sich Landwirte und die Industrie auf Klimafolgen einstellen, lesen Sie in unserem Schwerpunkt "Trockenheit in Deutschland".