Der bisherige Staatssekretär im US-Finanzministerium, David Malpass, ist zum neuen Präsidenten der Weltbank ernannt worden. Malpass sei "in einem offenen und transparenten" Nominierungsverfahren offiziell zum 13. Chef ernannt worden, teilte die Bank in Washington mit. Er folgt auf Jim Yong Kim, der im Januar 2019 überraschend zurückgetreten war. Die Amtszeit von Malpass beträgt fünf Jahre. Er war der einzige Kandidat für das Amt.

Der Ökonom wird im April in Washington bei der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank erstmals in neuer Funktion auftreten.

Malpass gilt als Vertrauter von US-Finanzminister Steven Mnuchin und von Präsident Donald Trump. Er hatte bereits für die Präsidenten Ronald Reagan und George H. W. Bush in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet. Im Finanzministerium Trumps war er bei den Verhandlungen über eine Kapitalerhöhung der Weltbank dabei.

Malpass hatte die Weltbank in der Vergangenheit harsch kritisiert. Weltbank und IWF gäben "viel Geld" aus, seien aber "nicht sehr effizient", sagte er im Jahr 2017 vor dem US-Kongress. Die Kreditvergabepraxis dieser Institutionen sei "oft korrupt".

Die USA sind der größte Beitragszahler der Weltbank und stellen seit Gründung der Finanzinstitution zum Ende des Zweiten Weltkriegs durchweg deren Präsidenten. Der IWF wurde dagegen bislang stets von Europäerinnen und Europäern geführt – derzeit von der Französin Christine Lagarde. Kernaufgabe der aus fünf Unterorganisationen bestehenden Weltbankgruppe ist es, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern.