Im vergangenen Jahr haben sich so viele britische Unternehmen neu in Deutschland angesiedelt wie nie. Dies zeigt ein Bericht der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI). Demnach bauten 168 Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich ihre Kapazitäten in Europas größter Volkswirtschaft auf oder aus – 34 Prozent mehr seit dem Referendum zum EU-Austritt des Landes im Sommer 2016.

Laut GTAI-Geschäftsführer Robert Hermann gaben 45 Prozent dieser Unternehmen an, dass sie vor allem wegen des Brexits vermehrt oder nur noch ausschließlich in Deutschland investieren. "Viele schätzen die guten Rahmenbedingungen für eine Ansiedlung. Auch die Marktgröße und die Lage innerhalb der EU sind ein überzeugendes Argument."

Mehr britische, weniger chinesische Firmen

Wie die GTAI-Zahlen zeigen, gilt dies auch für andere ausländische Investoren. Zusammen mit den britischen Unternehmen siedelten sich im vergangenen Jahr insgesamt 2.062 Firmen in Deutschland an. Die meisten Investitionsprojekte kamen dabei aus den USA (345), gefolgt von Schweizer Firmen (229 Projekte) und chinesischen Unternehmen (188) – letztere sanken von 2016 bis 2018 um 33 Prozent.

Insgesamt, so bilanziert GTAI-Experte Hermann, sei Deutschland "ein beliebter Investitionsstandort für ausländische Unternehmen". Zu den beliebtesten Branchen zählten dabei vor allem Unternehmens- und Finanzdienstleistungen, gefolgt vom IKT- und Softwaresektor, Konsumgütern sowie Maschinenbau und Zubehör. Ein Drittel der ausländischen Investitionen konzentriert sein Engagement zunächst auf Marketing- und Vertriebsaktivitäten, 17 Prozent der Firmen nutzen den Angaben zufolge Deutschland als Produktions- und Forschungsstandort.