Die bisher überschaubaren Auswirkungen des Handelskonflikts könnten sich verstärken, wenn der Streit sich weiter verschärft. Denn Donald Trump hat nicht nur die drastische Erhöhung der bestehenden Zölle angekündigt. In einem Tweet gab der Präsident seine Absicht bekannt, 25 Prozent Zoll auf weitere Produkte im Wert von 325 Milliarden Dollar erheben zu wollen. Damit würde sich der Wert der besteuerten Waren mehr als verdoppeln. Fast alle aus China importierten Waren wären mutmaßlich einbezogen, darunter auch wichtige Exportprodukte wie Computer und Smartphones.  

Diese Waren werden allerdings häufig im Auftrag von US-Firmen hergestellt. Möglicherweise wären beliebte Produkte wie das iPhone von Apple betroffen. Schon im November sagte Trump, dass er Zölle auf Apples wichtigstes Produkt in Erwägung ziehe. Ein solcher Schritt dürfte auf starken Widerstand bei den betroffenen Unternehmen und Teilen der Öffentlichkeit führen. Allerdings ist unklar, ob Trump seine Drohung wahr macht oder nur für die anstehenden Verhandlungen nutzen will.

Zwei Tage lang wollen beide Seiten nun beraten. Vor allem für China drängt die Zeit, weil am Freitag die von der US-Regierung angekündigten Zollerhöhungen in Kraft treten. Die Regierung in Peking fordert, dass nach der Unterzeichnung eines etwaigen Abkommens alle Zölle sofort aufgehoben werden. Die US-Delegation will Medienberichten zufolge die Aufschläge allerdings erst außer Kraft setzen, nachdem China demonstriert habe, dass es sich auch an die ausgehandelten Bedingungen halte. Außerdem behalte man sich vor, die Zölle bei Fehlverhalten wieder einzuführen. 

Weiterhin fordern die USA einen verbesserten Zugang zum chinesischen Markt, vor allem im Bereich des Cloud Computing. China dürfte in diesem für US-Techkonzerne wichtigen Feld innerhalb weniger Jahre zum größten Markt werden. Die Trump-Regierung verlangt außerdem einen besseren Schutz geistigen Eigentums. Es sind weitreichende Forderungen, die eine schnelle Einigung mit der Pekinger Regierung erschweren.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer trifft sich Berichten zufolge am Donnerstagabend mit dem chinesischen Vizepremier Liu He zum Essen. Statt einer freundlichen Dinneratmosphäre sind harte Auseinandersetzungen zu erwarten. Spätestens am Freitag wird dann klar sein, ob es China gelingt, die Zollerhöhungen noch abzuwenden. Ansonsten müssen sich US-Bürger mittelfristig nicht nur bei Waschmaschinen auf höhere Preise einstellen.