Die USA und China wollen an diesem Donnerstag in Washington wieder darüber sprechen, wie sie ihren Handelsstreit beilegen können. "China hat uns gerade informiert, dass sie (...) jetzt in die USA kommen, um einen Deal zu machen", schrieb US-Präsident Donald Trump auf Twitter. Für Freitag planen die USA allerdings, in weiteren Bereichen die Zölle auf chinesische Produkte anzuheben. Das hatte Trump am Sonntag angekündigt.

Die chinesische Regierung reagierte nun darauf und droht mit Vergeltungsmaßnahmen. Sollten die USA die geplanten Zollerhöhungen umsetzen, werde China "notwendige Gegenmaßnahmen" ergreifen, teilte das Handelsministerium in Peking mit. Ein eskalierender Handelsstreit liege aber nicht im Interesse Chinas und der Welt. China würde es "zutiefst bedauern", falls die USA ihre geplanten Zollerhöhungen umsetzen.

Trump will die bereits eingeführten Zölle auf ausgewählte chinesische Waren mit einem Wert von 200 Milliarden US-Dollar ab Freitag von 10 auf 25 Prozent erhöhen. Auch droht er mit einer Ausweitung der Sonderzölle auf alle Importe aus China, die insgesamt ein Volumen von mehr als 500 Milliarden US-Dollar haben.

Die beiden größten Volkswirtschaften belegen sich seit Monaten gegenseitig mit Sonderzöllen, während sich die Verhandlungen über ein Ende dieser Maßnahmen hinziehen.

Chinas Exporte fielen überraschend stark

Der Handelskonflikt mit den USA hat Chinas Exporte im April überraschend stark fallen lassen. Während der Handel mit Deutschland und Europa anstieg, sackte der Warenaustausch mit den USA um 15,7 Prozent ab. Allerdings litten auch die US-Exporteure: Chinas Importe an US-Waren gingen um 30,4 Prozent zurück.

Den Rückgang der chinesischen Exporte in die USA erklärten Experten auch damit, dass viele Ausfuhren wegen der drohenden Eskalation in den vergangenen Monaten vorgezogen worden waren.

Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal mit 6,4 Prozent noch unerwartet stabil gewachsen, weil Steuersenkungen und andere Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gewirkt hatten. Diese Konjunkturmaßnahmen untergraben aber langfristig die Bemühungen, die hohe Schuldenlast im Land zu reduzieren.