Mobilfunkauktion - 5G-Frequenzen für 6,5 Milliarden versteigert Vier Telekommunikationsanbieter haben 6,5 Milliarden Euro für den neuen Mobilfunkstandstandard 5G gezahlt. Branchenkenner hatten mit einer geringeren Summe gerechnet. © Foto: Gabriel Bouys/AFP/Getty Images

Die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen ist abgeschlossen. Die vier teilnehmenden Firmen – die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch – haben für die Frequenzblöcke insgesamt 6,55 Milliarden Euro an den Staat bezahlt. Das gab die Bundesnetzagentur bekannt. 

Mit rund 2,17 Milliarden Euro zahlte die Deutsche Telekom die größte Summe. Vodafone gab 1,88 Milliarden Euro aus, Telefónica 1,42 Milliarden Euro. Drillisch, die Tochterfirma des rheinland-pfälzischen Konzerns United Internet, die bislang über kein eigenes Netz verfügt hatte, kaufte Frequenzen für 1,07 Milliarden Euro. Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Die Frequenzen sind allerdings voraussichtlich frühestens ab 2021 nutzbar.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem "Startschuss für 5G in Deutschland". Die Frequenzen sollten nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden.

Die Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen hatte im März begonnen. Mit mehr als 12 Wochen war es die längste Frequenzauktion in Deutschland, die jemals stattgefunden hatte. 5G steht für die fünfte Generation des Mobilfunkstandards – und soll viele Vorteile bieten: Unter anderem ist die Datenübertragung bis zu einhundertmal schneller als über den aktuellen LTE-Standard. Die sogenannten Latenzzeiten sind außerdem extrem gering, das bedeutet, dass der Datentransfer nahezu in Echtzeit geschieht. Auch in Österreich, der Schweiz oder Italien sind die Frequenzen bereits vergeben worden. Verschiedene Smartphonehersteller arbeiten derzeit an Modellen, die den 5G-Standard unterstützen sollen.

Die Einnahmen durch die 5G-Versteigerung lagen höher, als erwartet worden war. Sie erreichen jedoch nicht mehr die Werte der ersten Mobilfunkauktion der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000: Damals waren fast 100 Milliarden D-Mark erzielt worden. Bei der letzten Auktion im Jahr 2015, als die 4G-Frequenzen versteigert wurden, erlöste der Bund knapp 5,1 Milliarden Euro.

Mit dem Geld, das an den Bund fließt, soll die Digitalisierung vorangetrieben werden. Zum Beispiel soll der Breitbandausbau mit den Einnahmen aus der 5G-Mobilfunkauktion mitfinanziert werden. Das bestätigte auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Er kündigte an, die Erlöse wie vereinbart für den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu verwenden. Die Einnahmen seien höher ausgefallen als erwartet, sagte der Vizekanzler. Es gebe nun mehr Mittel, um die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben und auch dünn besiedelte Regionen mit einem besseren Breitband zu versorgen.

Wer wird für den Ausbau der Netze beauftragt werden?

Einer der führenden Anbieter von Infrastrukturtechnik für 5G ist Huawei. In den USA und auch in Deutschland war Huawei aber zuletzt wegen Sicherheitsbedenken unter Druck geraten. Im Februar 2019 warnte ein Abteilungsleiter des Innenministeriums im Gespräch mit der ZEIT davor, dass bei der Zusammenarbeit mit Huawei niemals sicher sein könne, ob das Unternehmen nicht zu Spionagezwecken Hintertüren in das neue Netz einbaue – oder sogar einen geheimen Schalter, mit dem sich die gesamte 5G-Technik ausschalten ließe. Deutschland wäre dann auf einen Schlag ohne Mobilfunk, das öffentliche Leben stünde in weiten Teilen still. Kill switch heißt das in der Sprache der Technikerinnen. Auch Diplomaten im Auswärtigen Amt teilen die Sorgen.

Manche Sicherheitsexperten fordern, Huawei vom Ausbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes komplett auszuschließen. Die Bundesregierung befürwortet allerdings nicht den generellen Ausschluss von Huawei und anderen Anbietern aus China, sondern setzt auf eine Streuung der Aufträge unter verschiedenen Anbietern.