Um das Missverhältnis zwischen Jobsuchenden und Stellen zu beheben, sollen durch die Konzertierte Aktion Pflege bessere Weiterbildungsangebote für Altenpflegerhelferinnen und -helfer geschaffen werden.

Wenig bekannt ist, dass die BA bereits seit 2012 Weiterbildungen in der Altenpflege fördert. In den vergangenen Jahren nahmen rund 7.000 Menschen dieses Angebot in Anspruch. 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind dabei Hilfskräfte, die eine Qualifizierung zur examinierten Fachkraft machen.

Außerdem sollen noch mehr examinierte Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden. Ihr Anteil ist bereits gestiegen: Waren 2014 noch acht Prozent aller Beschäftigten in der Altenpflege ohne deutschen Pass, sind es heute zwölf Prozent. Allerdings liegt der Ausländeranteil in der Pflege insgesamt mit neun Prozent immer noch unter dem aller Beschäftigten mit 12 Prozent.

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3500000 Menschen
sind in Deutschland pflegebedürftig.

Um das Fachkräfteproblem in der Pflege zu lösen, braucht es daher weniger Hilfskräfte, sondern mehr examinierte Altenpflegerinnen und Altenpfleger. Zugleich könnte die Fachkräftelücke schon heute kleiner sein: Zwar ist Pflege nach wie vor ein weiblicher Beruf – 84 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Es stimmt aber nicht unbedingt, dass die meisten Frauen Teilzeit arbeiten wollen. Zwar liegt die Teilzeitquote in der Altenpflege bei 56 Prozent. Die allermeisten machen aber unfreiwillig einen Teilzeitjob, auch das zeigen die neuen Daten der BA. Vier von fünf Pflegekräften wollen nämlich lieber Vollzeit arbeiten – angeboten werden aber Teilzeitstellen. Nur jede fünfte gemeldete Stelle in der Altenpflege ist Vollzeit. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Zum einen bedingt Teilzeit weitere Teilzeit, zum anderen sind Teilzeitstellen für die Arbeitgeber günstiger. Auch hier geht es oft darum, weniger Sozialabgaben zu zahlen.