Der wegen Reparaturarbeiten abgeschaltete belgische Atommeiler Tihange 2 geht nach Angaben des Betreibers Engie am Montagabend wieder ans Netz. Die belgische Atomaufsicht Fanc hatte für den Start bereits vor mehr als einer Woche grünes Licht gegeben. Nach bisherigen Planungen sollte der Meiler nahe der deutschen Grenze erst am 30. Juni wieder hochfahren.

Der Reaktor war im August 2018 für Wartungsarbeiten heruntergefahren worden. Dabei wurde maroder Beton entdeckt.

Die belgischen Atomkraftwerke sind seit Jahren umstritten. Maroder Beton und Haarrisse in den Druckbehältern sorgen immer wieder für Negativschlagzeilen. Regelmäßig werden diese für Instandsetzungen abgeschaltet. Vor allem in Deutschland besteht große Sorge über den Zustand der mehr als 35 Jahre alten Reaktoren in Tihange, das nur 70 Kilometer von Aachen entfernt liegt.

Belgien hat sieben Atomreaktoren an zwei Standorten: Doel im Norden des Landes und Tihange im Osten nahe der deutschen Grenze. Ein großer Teil des Stroms in Belgien wird dort produziert. Im März hatte der belgische Außenminister Didier Reynders bekräftigt, dass Belgien bis 2025 aus der Atomkraft aussteigen will.