Apotheken-Kunden mit Rezept dürfen zum Medikament auch keine Kleinigkeiten im Centbereich mehr dazubekommen. Auch "geringwertige Werbegaben" seien ein spürbarer Verstoß gegen Preisvorschriften und damit wettbewerbswidrig, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Az. I ZR 206/17 u.a.). Das 2013 verschärfte Verbot solcher Werbegeschenke sei eindeutig.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel müssen in Deutschland überall gleich viel kosten. Mit Kundenpräsenten oder Rabattgutscheinen unterlaufen Apotheker diese Preisbindung. Seit einem Urteil von 2010 hatte der BGH Mini-Geschenke von einigen wenigen Euro durchgehen lassen. Das ist nun nicht mehr statthaft.

Für Kundinnen, die auf eigene Kosten einkaufen, ändert sich nichts. Preise für Arzneimittel, für die kein Rezept erforderlich ist, dürfen die Apotheken seit 2004 frei festlegen.

Konkret beanstandete der Gerichtshof Gutscheinaktionen von zwei Apotheken in Darmstadt und Berlin – einmal gab es Gratisbrötchen beim nahen Bäcker, einmal einen Euro Nachlass beim nächsten Einkauf. Geklagt hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs.