Im Handelsstreit mit den USA hebt Indien die Zölle von 28 US-Produkten wie Mandeln, Walnüssen und Äpfeln an. Die Abgaben sollen heute in Kraft treten, wie die Regierung in Neu-Delhi ankündigte. Die USA hatten Indien am 5. Juni Sondervergünstigungen gestrichen. Bis dahin hatte das Land von einem Handelsprogramm für Entwicklungsländer profitiert und konnte Produkte im Wert von 5,6 Milliarden Dollar zollfrei in die Vereinigten Staaten exportieren.

US-Präsident Donald Trump hatte Indien wiederholt wegen hoher Importzölle kritisiert und dem Land  vorgeworfen, den USA keinen "gerechten und angemessenen" Zugang zu seinen Märkten zu bieten. Dass Indien zuletzt die Regeln für ausländische Onlinehändler wie Amazon und für Kreditkartenanbieter verschärft hat, belastete die Handelsbeziehungen zusätzlich.

Indien ist der größte Abnehmer von Mandeln aus den USA – im vergangenen Jahr im Wert von 543 Millionen Dollar, wie aus Daten des Handelsministeriums in Washington hervorgeht. Das entspricht mehr als der Hälfte der US-Mandelexporte. Zudem ist das Land der zweitgrößte Importeur von Äpfeln aus den Vereinigten Staaten. Die Einfuhren summierten sich im vergangenen Jahr auf einen Wert von rund 142 Millionen Dollar.

Die Vergeltungszölle werden Thema bei der für die letzte Juniwoche geplante Indienreise von US-Außenminister Mike Pompeo sein. "Wir bleiben offen für Dialog und hoffen, dass unsere Freunde in Indien ihre Handelsbarrieren fallen lassen und auf die Wettbewerbsfähigkeit ihrer eigenen Firmen vertrauen", sagte er. Trump sieht die USA im Handel mit zahlreichen Ländern benachteiligt und hat deswegen unter anderem einen Zollkonflikt mit China begonnen. Der EU droht er unter anderem mit Sonderzöllen auf Autoimporte.