Die Europäische Union und der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosur haben sich auf ein umfassendes Handelsabkommen verständigt. Die Verhandlungen zu dem Abkommen zwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hatten vor 20 Jahren begonnen und sind nun in Brüssel abgeschlossen worden.

Die brasilianische Regierung sprach von einem historischen Abkommen, das eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen werde. In Zeiten der "Spannungen und Unsicherheiten im internationalen Handel" hätten beide Seiten einen Kompromiss über eine wirtschaftliche Öffnung gefunden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des Außen- und des Wirtschaftsministeriums in Brasilien. In der EU und den Mercosur-Staaten leben zusammengenommen rund 772 Millionen Menschen.

Durch die Einigung werde der Zugang der Exporteure aus den Mercosur-Staaten zum EU-Markt verbessert, teilte das argentinische Präsidialamt mit. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte die Einigung einen historischen Moment.

Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe

Die Verhandlungen zwischen EU und den Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay liefen mit Unterbrechungen bereits seit dem Jahr 2000. Ziel war der Abschluss eines Abkommens über den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen, das den Warenaustausch stärken und Unternehmen Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe bringen soll.

Der Staatenbund Mercosur ist mit einer Bevölkerung von mehr als 260 Millionen Menschen einer der großen Wirtschaftsräume der Welt. Die EU kommt auf mehr als 512 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen. Die Exporte von EU-Unternehmen in die vier Mercosur-Staaten beliefen sich 2018 auf rund 45 Milliarden Euro, in die andere Richtung waren es Ausfuhren im Wert von 42,6 Milliarden Euro.