Das Geldvermögen der Deutschen ist trotz der Dauertiefzinsen auf Erspartes auf einen neuen Rekordwert angestiegen. Mit insgesamt 6,17 Billionen Euro besaßen die Privathaushalte zum Ende des ersten Quartals ein so hohes Geldvermögen wie noch nie, teilte die Bundesbank mit.

Das ist ein Zuwachs von rund 153 Milliarden Euro oder 2,6 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2018. Dazu trug auch die Erholung an den Finanzmärkten zum Jahresstart bei. Zum Jahresende 2018 hatten Kursrückgänge bei Aktien und Investmentfondsanteilen das Geldvermögen noch sinken lassen. "Die privaten Haushalte erhöhten vor allem ihre Bestände an Bargeld und Einlagen sowie ihre Ansprüche gegenüber Versicherungen", teilte die Notenbank mit.

Bei ihren Investments scheinen die Deutschen weiterhin das Risiko eher zu scheuen. Bargeld und sogenannte Sichteinlagen sind weiter sehr beliebt. Dazu zählen unter anderem Giro- und Tagesgeldkonten sowie Festgeldkonten. Unter dem Strich verlieren die Sparer bei steigender Inflation in der Zinsflaute damit Geld. Bei Bedarf können die Bestände allerdings rasch umgeschichtet werden. Ende März steckten insgesamt 2.494 Milliarden Euro in Bargeld und Einlagen, 38,7 Milliarden kamen im ersten Quartal hinzu. Erstmals seit mehr als vier Jahren legten die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger dabei auch wieder mehr Geld in Sparbüchern und Sparbriefen an.

Mehr Investitionen in Versicherungen und Aktien

Auch Versicherungen waren beliebt – hier stiegen die Ansprüche um etwa 20 Milliarden auf 2.294 Milliarden Euro. Ausgebaut haben Privathaushalte aber auch ihre Investments in Aktien und Investmentfondsanteile – um rund zehn Milliarden Euro. Laut Bundesbank hat sich damit der seit 2014 beobachtete Trend zu einem stärkeren Börsenengagement fortgesetzt.

Zum Ende des ersten Quartals bestand das Geldvermögen der Haushalte zu 37 Prozent aus Versicherungen. Der Anteil von Bargeld und Einlagen lag bei rund 40 Prozent. Rund 20 Prozent machten Aktien und Anteile an Investmentfonds aus.

Viele Haushalte nutzten die anhaltend tiefen Zinsen auch, um bei Banken günstig Kredite aufzunehmen. Wie schon in den Vorquartalen wurden im ersten Jahresviertel vor allem Wohnungsbaukredite von heimischen Instituten nachgefragt. Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten der Privathaushalte im ersten Quartal um etwa 17 Milliarden Euro auf 1,81 Billionen zum Quartalsende zu.

Bei der Berechnung des Geldvermögens berücksichtigte die Bundesbank Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – nicht jedoch Immobilien. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor.