Die Deutsche Bank hat nach eigenen Angaben im zweiten Quartal einen Verlust von 3,15 Milliarden Euro verzeichnet. Das Minus fiel dabei größer aus als zunächst erwartet. Anfang Juli hatte das Unternehmen noch mit 2,8 Milliarden Euro Verlust für das zweite Quartal gerechnet.

Als Grund nannte die größte deutsche Bank vor allem die Kosten im Zusammenhang mit dem Konzernumbau in Höhe von 3,4 Milliarden Euro. In einer Mitteilung von Bankchef Christian Sewing heißt es, man habe bereits "wichtige Schritte" zum Umbau des Instituts unternommen und "einen erheblichen Teil der Restrukturierungskosten" bereits im zweiten Quartal verbucht. "Ohne die Belastungen für den Umbau", so Sewing, "wäre die Deutsche Bank profitabel gewesen."

Hoffnungen ruhen auf Vermögensverwaltung

Anfang Juli hatte der Aufsichtsrat der Deutschen Bank einen radikalen Umbau des Konzerns beschlossen: Bis 2022 sollen rund 18.000 Stellen wegfallen, der weltweite Aktienhandel soll aufgegeben werden. Die Kosten für den Umbau in Höhe von insgesamt rund 7,4 Milliarden Euro will die Bank aus eigener Kraft stemmen. Der Großteil der Lasten fällt dabei im laufenden Jahr an. Mitarbeiter, Anleger und Analysten müssen daher auch für den Rest des Jahres mit roten Zahlen rechnen.

Im zweiten Quartal brachen aber auch die Erträge in der Unternehmens- und Investmentbank um 18 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro ein. Vor Steuern fiel hier ein Verlust von 907 Millionen Euro nach einem Gewinn von 475 Millionen vor Jahresfrist an. Im Aktienhandel brachen die Erträge sogar um 32 Prozent auf 369 Millionen Euro ein. Aber auch im Beratungs- und Emissionsgeschäft, auf das die Deutsche Bank auch in Zukunft setzt, gingen die Erträge um knapp ein Drittel zurück.

Zuwächse erhofft sich die Bank durch das Geschäft mit vermögenden Privatkunden und kann bereits jetzt gute Zahlen der Vermögensverwalter-Tochter DWS vorlegen. Dort steigerte man den Gewinn im zweiten Quartal um 21 Prozent auf 185 Millionen Euro.