Auf dem Weg zur Euromitgliedschaft hat Kroatien die Teilnahme am Wechselkursmechanismus WKM II beantragt. Die europäischen Finanzminister begrüßten Kroatiens Entscheidung. Der Antrag zeige, dass die Eurozone ein "stabiler Anker" sei und weitere Mitglieder anziehe, sagte der Eurogruppenchef Mário Centeno. Kroatien habe eine Reihe an Zusagen gemacht – etwa in der Bankenaufsicht und bei der Verbesserung des Wirtschaftsumfelds. Dies solle nun kontrolliert werden.

Der Wechselkursmechanismus ist eine Vorstufe zum Eurobeitritt. Ein Land muss mindestens zwei Jahre daran teilgenommen haben, ehe es den Euro einführt. Dabei wird kontrolliert, dass die Währung des Landes gegenüber dem Euro nicht zu sehr schwankt. Erst danach entscheiden die Staats- und Regierungschefs auf Vorschlag der EU-Kommission über eine Aufnahme des jeweiligen Landes in die Eurozone. Dementsprechend könnte Kroatien der Währungsgemeinschaft frühestens 2023 beitreten. Derzeit schwankt Kroatiens Landeswährung Kuna zwischen 7,4 bis 7,7 Kuna zum Euro.

In einer Umfrage der kroatischen Zentralbank aus diesem Jahr hatte sich mehr als die Hälfte der Befragten für die Einführung des Euro ausgesprochen. 40 Prozent waren dagegen. In der Europäischen Union haben 19 Staaten den Euro als aktuelle Währung. Neben Kroatien ist auch Bulgarien auf dem Weg, die Gemeinschaftswährung einzuführen.