Der seit Längerem in der Kritik stehende Garth Ritchie tritt zum 31. Juli als Leiter der Unternehmens- und Investmentbank (CIB) und auch als Vorstandsmitglied der Deutschen Bank zurück. Das teilte der Konzern mit. Um eine reibungslose Übergabe zu sichern, werde Ritchie die Bank noch bis Ende November 2019 beraten. Die Verantwortung für die Unternehmens- und Investmentbank werde Konzernchef Christian Sewing selbst übernehmen, hieß es.

Die Deutsche Bank steckt mitten in einem grundlegenden Umbau. Berichten zufolge sollen weltweit 15.000 bis 20.000 Stellen gestrichen werden, ein Fünftel der Belegschaft. Vor allem im Investmentbanking sollen Arbeitsplätze wegfallen. Wenn sich der Aufsichtsrat am kommenden Sonntag trifft, könnten konkrete Entscheidungen fallen – vorab aber werden immer mehr Details über die geplanten Neuerungen bekannt.

So sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters, die Deutsche Bank wolle das Investmentbanking in ihrer bisherigen Form zerschlagen und eine neue Sparte für die Betreuung von Unternehmenskunden schaffen. Das Investmentbanking solle kräftig schrumpfen – Sewing verabschiedet sich hier von den Ambitionen seiner Vorgänger – und von der bisherigen Unternehmens- und Investmentbank abgetrennt werden. Eine neue Sparte für Unternehmens- und viele Firmenkunden, die bislang von der Privat- und Firmenkundenbank betreut werden, solle entstehen. Sie solle ein eigenes Ressort im Vorstand erhalten. Das ist nur ein Teil des tief greifenden Konzernumbaus. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Ritchie, der auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Geldhauses ist, startete seine Laufbahn bei der Bank 1996 in Johannesburg und hatte im Laufe der Jahre verschiedene Führungspositionen inne. Seit 2016 saß er im Vorstand. Auf der Hauptversammlung im Mai stimmten nur gut 61 Prozent der Aktionäre für seine Entlastung. Die Investoren störten sich insbesondere an seiner hohen Vergütung und einer millionenschweren Sonderzahlung.