Die Europäische Union ist im Handelsstreit mit den USA bereit, Zölle auf Industrieprodukte auszusetzen. "Wir haben uns bereit erklärt, die Zölle bei den wichtigen Industrieprodukten auf null zu senken",  sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Welt am Sonntag. "Damit wäre auch der Vorwurf ausgeräumt, dass amerikanische Autozölle niedriger als europäische seien."

Europa sei im Zuge eines Industriezollabkommens auch bereit, die Zölle für Pkw-Exporte nach Europa zu senken – "und zwar auf null". Gleichzeitig würde man den US-Exporteuren entgegenkommen, indem sie ihre Erzeugnisse in vielen Fällen nicht mehr nach europäischem Recht zertifizieren müssten. Das bringe Vorteile in Milliardenhöhe für beide Seiten.

Im April hatten die EU-Staaten der Europäischen Kommission ein Mandat für die Neuverhandlung eines Handelsabkommens mit den USA erteilt, das eine Senkung der Industriezölle einschließt. Die Verhandlungen zum vorherigen TTIP-Abkommen sind seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt.

Trump droht der EU seit Monaten damit, hohe Zölle auf den Import europäischer Autos in die USA zu erheben, wenn die Europäer seine Forderung nach niedrigeren Zöllen für US-Fahrzeuge nicht nachkommen. Bisher verlangen die USA für europäische Autos 2,5 Prozent Einfuhrzoll, die EU erhebt 10 Prozent. Eine Entscheidung hat Trump bis November verschoben.