Nach der Empfehlung der sogenannten Wirtschaftsweisen, das Tanken und Heizen mit Öl und Gas für den Klimaschutz zu verteuern, sorgt sich der Deutsche Mieterbund um Belastungen für Mieter. "Es kann nicht sein, dass die dadurch entstehenden Kosten im Bereich der Heizung auf die Mieter umgelegt werden", sagte der Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mieter hätten keinen Einfluss darauf, wie ihre Wohnung geheizt wird, das entschieden die Vermieter, weshalb diese auch die zusätzlichen Kosten einer CO₂-Steuer im Heizungsbereich zahlen sollten.

Die Wirtschaftsweisen haben der Bundesregierung empfohlen, einen Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen bei Verkehr und in Gebäuden einzuführen. Kurzfristig könne dazu eine CO₂-Steuer eingeführt werden. Langfristig aber müsse ein europäischer Emissionshandel das Ziel sein. Ähnliche Pläne hat Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bereits vorgelegt.

Der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, betonte, für Verbraucher sei die soziale Ausgestaltung der CO₂-Bepreisung wichtig. "Die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung müssen vollständig an die Gruppe der privaten Haushalte zurückfließen", sagte er der Rheinischen Post.

Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) schlug in der Schwäbischen Zeitung vor: "Im Gegenzug zu einer CO₂-Bepreisung müssten die bisherigen Energie-Belastungen wegfallen – zum Beispiel die EEG-Umlage. Das entlastet jeden Stromkunden."

Hintergrund der Debatte ist, dass Deutschland im Klimaschutz zurzeit eigene und internationale Ziele verfehlt. In der zweiten Septemberhälfte will die Bundesregierung Maßnahmen beschließen, die sicherstellen, dass wenigstens das Ziel für 2030 – nämlich 55 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 – erreicht wird. Ein CO₂-Preis ist darin nur ein Baustein, könnte nach Einschätzung von Experten aber vor allem im Verkehr und beim Heizen etwas bewirken.