Die 14 Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) haben sich in Wien darauf verständigt, die gemeinsame Produktion weiterhin zu beschränken. Das Förderlimit, das die Opec im Dezember 2018 beschlossen hatte, soll um neun Monate verlängert werden, sagte der venezolanische Ölminister Manuel Salvador Quevedo Fernandez. In der sogenannten "Opec+"-Runde will die Organisation die zehn kooperierenden Staaten, zu denen auch Russland gehört, dazu bewegen, diese Entscheidung mitzutragen. Eine Einigung gilt als sicher, seit sich Saudi-Arabien und Russland, die einflussreichsten Staaten der Runde, beim G20-Gipfel im japanischen Osaka darauf geeinigt haben.

Im vergangenen Dezember hatten die "Opec+"-Staaten beschlossen, täglich 1,2 Millionen Barrel (190 Millionen Liter) weniger Öl zu fördern als im Oktober 2018. Zuvor war der Ölpreis um mehr als 30 Prozent gesunken. Zwei Drittel der einzusparenden Menge, also 800.000 Barrel, entfallen dabei auf die Opec-Staaten, der Rest auf die kooperierenden Länder. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris wurde die Kürzung in den vergangenen Monaten sogar übererfüllt. Die Drosselung, durch die der Ölpreis stabilisiert werden soll, entspricht etwa einem Prozent der weltweiten Produktion.

Saudi-Arabien benötigt höhere Ölpreise

Der saudische Energieminister Khalid Al-Falih sagte, man habe gemeinsam eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet, mit der die Zusammenarbeit mit den Nicht-Opec-Ländern weiter gefestigt werden soll. Saudi-Arabien ist an der Förderlimitierung besonders interessiert. Laut einer Berechnung des Internationalen Währungsfonds benötigen die Saudis einen Ölpreis von 85 US-Dollar pro Barrel für einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Saudi-Arabien war eines der Länder, die ihre Ölförderung deutlich stärker gekürzt hatten, als mit Blick auf die Absprachen nötig gewesen wäre. Analysten der Commerzbank erwarten bis zum Jahresende einen Ölpreis von 70 US-Dollar pro Barrel. Nach dem Bekanntwerden der Opec-Vereinbarung stieg der Preis ein wenig und lag bei knapp 66 US-Dollar.

Die 14 Opec-Staaten pumpen gemeinsam rund ein Drittel der weltweiten Ölproduktion aus dem Boden, zusammen mit den zehn kooperierenden Ländern sogar fast die Hälfte. Insgesamt werden pro Tag rund 99 Millionen Barrel Öl gefördert. Laut der IEA liegt die weltweite Nachfrage 2019 im Schnitt bei 100,4 Millionen Barrel täglich.

Neben der Entscheidung über die Verlängerung des Förderlimits hat die Opec beim Treffen in Wien auch ihren Generalsekretär Mohammed Barkindo für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.