Die US-Wirtschaft hat im Juni deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft seien 224.000 Stellen neu entstanden, teilte das Arbeitsministerium mit. Analysten hatten im Mittel nur mit 160.000 neuen Jobs gerechnet. 

Im ersten Halbjahr sind damit monatlich im Schnitt 172.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Im Jahr 2018 waren es monatlich noch 223.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote stieg im Juni um 0,1 Punkte auf 3,7 Prozent. Mit 3,6 Prozent war die Quote im Mai auf den niedrigsten Stand seit rund 50 Jahren gesunken.

Der US-Notenbank Fed zufolge befindet sich die Wirtschaft in einer starken Verfassung. Die Notenbank verwies unter anderem auf den stabilen Konsum der Haushalte. Das von ihr bevorzugte Inflationsmaß lag aber zuletzt nur bei 1,6 Prozent und damit für Aufschwungzeiten noch klar unterhalb des Zwei-Prozent-Ziels der Notenbank.

Trump wirft der US-Notenbank Inkompetenz vor

US-Präsident Donald Trump fordert von der Notenbank deshalb schon länger eine Kurskorrektur. Er hält die Zinsen für zu hoch und verlangt eine geldpolitische Lockerung. Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen warf Trump der Fed erneut Inkompetenz vor. Die Notenbank "weiß nicht, was sie tut", sagte Trump. Die US-Wirtschaft würde abgehen "wie eine Rakete", wenn die Fed die Leitzinsen senken würde, behauptete der US-Präsident. "Wir zahlen hohe Zinsen, und das ist unnötig."

Der US-Leitzins liegt momentan in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Die Fed hatte zuletzt zwar ihre grundsätzliche Bereitschaft für eine Zinssenkung signalisiert. Die Arbeitsmarktzahlen stützen nun aber den Kurs der Notenbank. Dass der Aufschwung leicht nachließ, führte die Fed auf höhere Zölle zurück, die den Welthandel gebremst hätten.

Die gute wirtschaftliche Lage des Landes ist eines von Trumps Hauptargumenten im Wahlkampf für eine zweite Amtszeit. "Unserem Land geht es weiterhin wirklich gut, wirklich, wirklich gut", sagte Trump zu den Arbeitsmarktzahlen. "Wir werden Rekorde brechen."

Die Regierung von Trump rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von mindestens drei Prozent. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler und Forschungsinstitute bleiben darunter. Die Fed erwartet 2,1 Prozent mehr, der Internationale Währungsfonds 1,9 Prozent.