Die Debatte um bezahlbaren Wohnraum wird in Berlin intensiv geführt. Jetzt hat das Land Berlin 670 Wohnungen in der Karl-Marx-Allee von einem privaten Eigentümer gekauft. Nach Angaben der Senatskanzlei werden die Wohnungen von der landeseigenen Gesellschaft Gewobag übernommen. Einem Bericht des Tagesspiegels zufolge hat das Unternehmen das Vertragsangebot über den Kauf von drei Blöcken bereits beurkundet. Ein Kaufpreis wurde zunächst nicht genannt.

Ursprünglich wollte die Firma Predac als bisheriger Eigentümer die Wohnungen an das Großunternehmen Deutsche Wohnen veräußern. Gegen diese Verkaufspläne hatten sich aber Ende des vergangenen Jahres zahlreiche Mieterinnen und Mieter gewehrt, weil sie Mieterhöhungen befürchteten. Die Deutsche Wohnen besitzt in Berlin bereits 112.000 Einheiten und ist seit Längerem wegen überhöhter Mieten in der Kritik.

Der Kauf der Wohnungen gilt auch als Signal der Stadt für ihren Versuch, wieder mehr Kontrolle über den Wohnungsmarkt zu erlangen. Die Immobilien in der Karl-Marx-Allee, der ehemaligen Prachtstraße der DDR, waren in den Neunzigerjahren privatisiert worden.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: "Ich möchte, dass die Berlinerinnen und Berliner sich das Wohnen in der Stadt auch weiterhin leisten können." Diese 670 Wohnungen seien ein guter erster Schritt in diese Richtung, schrieb er auf Twitter.