Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich die Zahl erwerbstätiger Rentner in Deutschland noch "fortsetzen und verstärken" wird. Dies sagte ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach waren im vergangenen Jahr acht Prozent der Bezieher einer Rente erwerbstätig – fünf Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2000.

Laut der aktuellen Statistik ist knapp die Hälfte der Betroffenen geringfügig beschäftigt, jeweils etwa ein Viertel arbeitet sozialversicherungspflichtig oder selbstständig.

Das Ministerium begründet die im Alter steigende Erwerbsbeteiligung als "Ausdruck veränderter Lebensentwürfe einer aktiveren Teilnahme an Wirtschaft und Gesellschaft". Neben finanziellen Gründen gebe es immaterielle wie Freude an der Arbeit und Kontakt zu anderen Menschen. 

Die Linkspartei sieht vor allem Geldnot als hauptsächlichen Grund dafür, dass Senioren einer Beschäftigung nachgehen und verbindet diese Tatsache mit einer alten politischen Forderung: "Wenn ein Drittel der Rentner und Rentnerinnen in den ersten drei Jahren arbeiten muss, weil die Rente nicht zum Überleben reicht, dann muss endlich die solidarische Mindestrente her", teilte der Bundesgeschäftsführer der Linken, Jörg Schindler, mit. Die Partei fordert mindestens 1.050 Euro monatlich für Rentner.