Trotz der sich abschwächenden Konjunktur bleiben die Menschen in Deutschland in Kauflaune. Das Marktforschungsinstitut GfK berichtet, dass zwar die Konjunkturerwartung auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren gesunken ist, die Entwicklung des eigenen Einkommens aber weiterhin positiv eingeschätzt wird. Trotz der schwächelnden Konjunktur bleibt das Konsumverhalten der Verbraucher stabil. Für September prognostizieren die Marktforscherinnen und Marktforscher einen zum Vormonat unveränderten Wert von 9,7 Punkten. Zuvor war der Wert drei Mal in Folge gesunken.

Der Handelskonflikt mit den USA mit drohenden Zöllen auch für deutsche Exporte sowie die anhaltenden Diskussionen um den Brexit ließen das Risiko einer Rezession in Deutschland auch in den Augen der Konsumenten weiter steigen, sagte GfK-Konsumklimaexperte Rolf Bürkl. "Für das Konsumklima und eine stabile Binnennachfrage wäre es wichtig, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibt", sagte er.

Die Ankündigung von Kurzarbeit bei einigen Unternehmen zeige, dass vor allem in den von Exporten abhängigen Branchen wie der Automobilindustrie und deren Zulieferern die Beschäftigungssituation schwieriger werde. Auf der anderen Seite gebe es aber vor allem in der Dienstleistungsbranche nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften.

Abkühlung der Weltkonjunktur drückt auf Stimmung

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im August auf den tiefsten Stand seit November 2012. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel in dem Monat um 1,4 auf 98,1 Punkte – der schlechteste Wert seit annähernd fünf Jahren. Im bislang robusten Dienstleistungssektor brach das Barometer so stark ein wie zuletzt im Dezember 2007. "Die Dienstleister fallen als Beschäftigungsmotor nach und nach aus", teilte das Institut mit. "Die Rezession in der Industrie schlägt sich nun mit Verzögerung auch bei den Dienstleistern nieder." Auch im Baugewerbe sank der Wert, im Handel bleibt das Beschäftigungsniveau konstant.

Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bereits um 0,1 Prozent gemessen am Vorquartal geschrumpft. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Die GfK-Studie basiert auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das ifo Institut befragt nach eigenen Angaben 9.000 Firmen.